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Das Märchen von der Klimaneutralität von Center Parcs

Befürworter eines Center Parcs am Brombachsee äußern immer wieder (zuletzt die IG “Bürger pro Center Parcs” am 2. April 2021 auf nordbayern.de sowie die Bezirks-CSU auf nordbayern.de am 5. April 2021) eine scheinbar berechtigte Hoffnung, Center Parcs würde einen klimaneutralen Ferienpark auf dem ehemaligen MUNA-Gelände bei Langlau errichten. Die mittelfränkische CSU lobt zuletzt den “nachhaltig-ökologischen Ansatz” des Projekts.

In diesem Artikel erlauben wir uns, einige Fragen zu diesem Themenkomplex zu stellen, und überlassen es dem kritischen Leser, diese ggf. selbst zu beantworten, oder diese und andere Fragen an die Verantwortlichen in der Politik (Landrat Westphal, Bürgermeister Huber) und in der Wirtschaft (Projektverantwortlicher Jan Jansen) weiterzugeben.

  1. Wie will es CP schaffen, alleine den Wärmebedarf für 800 Ferienhäuser und großem tropischen Bad regenerativ zu erzeugen, wenn dafür jährlich fast 20.000.000 Kilowattstunden Wärme nötig sind?
  2. Woher kommt der erneuerbare Strom für die Wärmepumpen? Wie steht die CSU zum Ausbau der Windenergie in Bayern?
  3. Wer baut und betreibt die benötigten Biogasanlagen? Woher kommt der Mais und womit wird er behandelt?
  4. Wie hoch ist der Anteil an Kohle-, Gas- und Atomstrom bei Center Parcs deutschlandweit?
  5. Wie will es CP schaffen, die Abholzung von mindestens 58 Hektar Wald klimatechnisch und artenschutzrechtlich zu kompensieren?
  6. Wie will man die landesweit geschützte Bartfledermaus erhalten, wenn deren Quartiere (alte Bunker) wegfallen?
  7. Wie will es Center Parcs schaffen, den Kammmolch (streng geschützt) und die 80 teilweise geschützten Brutvögel (Eisvogel, Waldlaubsänger, Kuckuck, Grauspecht, etc.)  im Muna-Wald zu erhalten, wenn zwei Drittel der Fläche komplett umstrukturiert werden müssen?
  8. Wie will es CP schaffen, alleine die für den Bau benötigte enorme Menge von Beton, Asphalt und Rohstoffen klimaneutral zu erzeugen oder zu kompensieren (sowie deren An -und Abfahrt mit tausenden von LKWs klimaneutral zu bewerkstelligen)?
  9. Wie glaubt CP das enorme Verkehrsaufkommen bei der An- und Abreise (bei erwarteten 1 Million Übernachtungen pro Jahr) und den damit verbundenen CO2-Ausstoß kompensieren zu können?
  10. Welche Anstrengungen hat CP bisher unternommen, um Müll zu vermeiden und Mehrwegsysteme in seinen Ferienparks einzuführen?
  11. Wie viele Tonnen Müll erzeugen die Gäste in einem durchschnittlichen Park pro Jahr? Wie hoch ist die Recyclingquote bei CP?
  12. Wie hoch ist der Anteil an erneuerbaren Energien beim Wärmebedarf in den bisherigen Parks von CP? Wie viel Erdgas verbraucht CP jährlich?

Und zu guter Letzt fragen wir uns:

Wie viel Klimaneutralität will und kann sich Center Parcs angesichts leerer Kassen überhaupt noch leisten, wenn man die Anfangsinvestitionen kennt, die bei regenerativen Energien erforderlich sind und die sich erst über Jahre amortisieren?

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Leserbrief zu CP-Masterplan: “Märchen aufgetischt”

Den folgenden Leserbrief des Pfofelder Bürgers Herbert Kraus, der am 23. März 2021 im Altmühlboten erschien, empfehlen wir allen Interessierten zur Lektüre. Er drückt unseres Erachtens sehr gut aus, wie sich kritische Bürger der Gemeinde Pfofeld und des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen angesichts der Greenwashing-Strategie von Center Parcs verschaukelt vorkommen:

“Nun haben wir den “Tsunami” der Center-Parcs-Präsentation, des Masterplans, wohl fürs Erste überstanden. Diese Welle von Informationen und Eindrücken ist auch in die Printmedien übergeschwappt. Dem Leser der übervollen Zeitungen und der Präsentation von CP im Internet wurde allerhand zugemutet. Mir blieb beim Studieren der vielen Zahlen, der vielen Ungenauigkeiten in den Berechnungen, der falschen Rückschlüsse, der Halbwahrheiten, der Unwahrheiten und der Übertreibungen die “Spucke weg”. Meine Gefühlslage schwankte zwischen Übelkeit, schallendem Lachen und ungläubigen Kopfschütteln.

Die Manager von CP, die unterstützenden Politiker und die treuen Anhänge des Projekts nehmen offensichtlich wirklich an, dass die Pfofelder Bevölkerung und die Bürger in der Region diese “Märchen” glauben.

Sie unterschätzen die Intelligenz und das Vorstellungsvermögen der Bürger völlig. Die Menschen in den Orten der Gemeinde Pfofeld beweisen seit Jahrzehnten ihr Bewusstsein für Machbares und Nichtmachbares.”

Die Dorferneuerung und Flurneuordnungen in Pfofeld und Thannhausen sind ein sehr gelungenes Beispiel dafür. Auch die außergewöhnlichen Vorstellungen der “Vorhangreißer” zeigen die Fähigkeiten der hier lebenden Menschen. Die versuchte “Gehirnwäsche” des französischen Großkonzerns wird in unserer Gemeinde seine Wirkung nicht entfalten.

Natürlich leben auch in Pfofeld und in den anderen Orten Frauen und Männer, die für sich Chancen auf Gewinne und Machtzuwachs sehen. Sie setzen teilweise die Andersdenkenden unter Druck. Sie benutzen sie für ihre egoistischen Zwecke. Vermutlich wird ihnen das nicht gelingen.

Zu deutlich ist zu erkennen, dass Center Parcs dieses Grundstück am Ufer des Brombachsees zu einem “Butterbrot-Preis” erwerben, den Wald weitgehend roden und das Baufeld erschließen will.

Anschließend startet der Verkauf an zahlungskräftige Kunden zum Vielfachen des Ursprungspreises.

Welche schwerwiegenden Folgen diese Kleinstadt in unserer Gemeinde und in der Region haben wird, interessiert die Kapitalgeber und die Unterstützer dieser Firma nicht.”

Ernüchternd sind die Rollen der regionalen Tourismusmanager und eines Teils der Politiker.

Sie sind seit vielen Jahren nicht in der Lage, im Seengebiet fantasievolle, zukunftsorientierte Fremdenverkehrspolitik zu betreiben. Stelzenhäuser, schwimmende Häuser, Schiffchen und Seebühne sind lediglich von anderen Gegenden abgekupfert.”

Originelle, auf unsere Region zugeschnittene und die Stärken unserer schönen fränkischen Landschaft, Dörfer und deren Bewohner eingehende Konzepte? “Fehlanzeige”!

Anstatt die privaten Vermieter zu unterstützen und für sauberes Wasser in den Seen zu sorgen, werden “Kirchturmprojekte” mit hohem finanziellen Einsatz gefördert. Da kommt ein Großkonzern, der das Paradies verspricht, natürlich gelegen.

Die Herren können sich gemütlich zurücklehnen, ab und zu ein nichtssagendes Interview geben und sich auf die kommenden Geschenke freuen.

Ein ausländischer Großkonzern, der finanziell schwer angeschlagen ist, soll es richten. Welch ein Armutszeugnis.

Herbert Kraus, Pfofeld

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Bürgerbegehren “MUNA Langlau in Gemeindehand” gestartet!

Gestern, am 27. Februar 2021, wurde das Bürgerbegehren mit dem Titel “MUNA Langlau in Gemeindehand” in Pfofeld gestartet.

Die drei Vertreter des Bürgerbegehrens Roland Graf, Mathias Herrmann und Herbert Kraus wollen bis 7. März mindestens 150 Unterschriften von Bürgern der Gemeinde Pfofeld (dazu gehört auch die Ortsteile Langlau, Rehenbühl, Thannhausen, Gundelshalm sowie einige Mühlen und Einöden) zu folgender Fragestellung sammeln:

“Sind Sie dafür,
dass die Gemeinde Pfofeld gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) offiziell ihr Interesse am Erwerb des Muna-Areals – ehemalige Lufthauptmunitionsanstalt Langlau – erklärt?”

Mehr Informationen zum Bürgerbegehren finden Sie unter Informationen zum Bürgerbegehren „MUNA Langlau in Gemeindehand!“ – Bürgerinitiative Seenland in Bürgerhand (seenland-in-buergerhand.org)

Mit ihrer Unterschrift befürworten die wahlberechtigten Gemeindebürger die Durchführung eines Bürgerentscheids zu oben genannter Frage.

Wir von der ÖDP unterstützen dieses Bürgerbegehren ausdrücklich, da es das Verfahren des MUNA-Verkaufsvorgangs wieder vom Kopf auf die Füße stellen würde. Die Bürger können wieder mitreden!

(Stichworte: Veräußerungen des Bundes; Vorkaufsrecht der Kommune, Geheimverhandlungen in 2019 und 2020 ohne Beteiligung des Gemeinderats und des Kreistags, Bieterverfahren im Jahr 2020 mit Höchstbietendem CP)

Hier die Schritte eines Bürgerbegehrens (nach Wikipedia.de):

Schritt 1: Wenn mehr als 10% der wahlberechtigten Bürger der Gemeinde Pfofeld unterschreiben, werden die Unterschriften bei der Gemeinde eingereicht und der Gemeinderat muss innerhalb eines Monats über die Zulässigkeit des Begehrens entscheiden. Verneint der Gemeinderat die Zulässigkeit, können die Vertreter des Bürgerbegehrens dagegen Klage erheben.

Schritt 2: Wurde die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens festgestellt, darf die Gemeinde bis zum Bürgerentscheid keine gegensätzlichen Entscheidungen mehr treffen und keine gegensätzliche Maßnahmen ergreifen.

Schritt 3: Ist ein Bürgerbegehren zulässig, findet über die Fragestellung ein Bürgerentscheid statt, es sei denn, der Gemeinderat beschließt die im Bürgerbegehren beantragte Maßnahme selbst. Der Gemeinderat ist aber nicht verpflichtet, die Sachfrage des Begehrens zu behandeln. Der Bürgerentscheid muss spätestens nach drei Monaten, mit Zustimmung der Vertreter des Bürgerbegehrens spätestens nach sechs Monaten, stattfinden. Die Abstimmung findet immer an einem Sonntag statt. Jeder Gemeindebürger ist stimmberechtigt.

Schritt 4: (möglich aber nicht zwingend) Der Gemeinderat kann auch selbst beschließen, dass über eine Angelegenheit ein Bürgerentscheid stattfinden soll (ein sogenanntes Ratsbegehren). In diesem Weg kann der Gemeinderat auch einen Alternativvorschlag zu einem Bürgerbegehren den Bürgern zur Entscheidung vorlegen.

Schritt 5: Die gestellte Frage des Bürgerentscheides ist entsprechend der Mehrheit der abgegebenen Stimmen entschieden, falls diese Mehrheit das notwendige Zustimmungsquorum von 20% aller Stimmberechtigten erfüllt. Bei Stimmengleichheit gilt die Frage als mit „Nein“ beantwortet. (Falls an einem Tag mehrere Bürgerentscheide stattfinden, welche sich entgegenstehen, muss vom Gemeinderat eine Stichfrage festgelegt werden. Sollten mehrere Bürgerentscheide so entschieden werden, dass sie nicht miteinander vereinbar sind, entscheidet die Mehrheit in der Stichfrage. Bei Stimmengleichheit in der Stichfrage ist der Bürgerentscheid angenommen, welcher mit der höheren Stimmenzahl entschieden wurde.)

Quelle: www.wikipedia.de

Wichtig ist aus Sicht der ÖDP:

Der wertvolle MUNA-Wald sollte als wertvoller Klimawald erhalten bleiben. Eine kommerzielle Nutzung des Geländes, wie es durch Center Parcs geplant war, lehnen wir ab. Die Natur braucht Flächen wie den MUNA-Wald um eine höhere Artenvielfalt in unserer dichtbesiedelten Region zu ermöglichen.

Foto: ÖDP

Weiter Informationen zum Bürgerbegehren finden Sie auch unter nordbayern.de :

Bürgerbegehren in Pfofeld gestartet: “Muna in Gemeindehand!” – Pfofeld, Pfofeld – nordbayern.de

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Große Pläne, leere Taschen – CP hat massive Geldsorgen

Laut einer aktuellen Recherche der Süddeutschen Zeitung hat der Mutterkonzern von Center Parcs “Pierre et Vacances” massive Geldsorgen, die den internationalen Konzern sogar beim französischen Staat und bei anderen Investoren um Finanzspritzen bitten lässt. Es geht dabei um dreistellige Millionenbeträge, also um vergleichbare Summen, wie ein Center Parcs Projekt im Fränkischen Seenland kosten würde.

Detailliertere Informationen finden Sie im SZ-Artikel “Ferienparadies in Geldnot” der renommierten Wirtschaftsjournalisten Leo Klimm, Clara Lipkowski und Uwe Ritzer vom 4. Februar 2021.

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BN gegen “Event-Tourismus”

Folgender Artikel ist heute, am 11.01.2021, im Altmühl-Boten (online auf nordbayern.de) erschienen. Wir geben ihn hier auszugsweise wieder:

GUNZENHAUSEN – Der Bund Naturschutz hat im Frühjahr mit Blick auf mehrere geplante Projekte vor einem Ausverkauf des Fränkischen Seenlands gewarnt. (…)

BN-Ortsvorsitzende Alexandra Kresse hat nach eigenen Angaben immer wieder darauf hingewiesen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Tourismus nicht im Widerspruch zu einander stehen müssten, solange die Projekte naturverträglich geplant würden. Sie ist sich mit der Kreisvorsitzenden Brigitte Löffler und dem Kreisvorstand des BN darin einig, dass im Altmühlsee- und Brombachseegebiet

“ein immer Mehr und immer Größer in puncto Tourismus”

für die Natur, für die Gäste und für die Anwohner nicht zielführend sei. (…) Sie selbst habe erst vor einigen Tagen bei einem Spaziergang am Altmühlsee einen Eisvogel beobachtet. Diese Naturbeobachtungen – zum Beispiel auch einen Biber bei seinem Werk zu beobachten – seien es, die von den Touristen geschätzt würden.

Wenn man die Natur immer mehr verdränge und auf Event-Tourismus setze, werde sich auch das Klientel, das einen Urlaub hier anstrebt, wandeln.

Einwände zu geplanten Bauvorhaben, die den zunehmenden Verlust von Lebensraum und den dadurch hervorgerufenen Verlust der Artenvielfalt betreffen, würden als nicht relevant abgetan. Das öffentliche Gespräch zur Findung eines Kompromisses werde gar nicht erst gesucht, bedauert der BN.

“Bis in die 1970er-Jahre hinein hielt man es auch für eine gute Idee, Flüsse und Bäche zu begradigen. Die teilweise schwerwiegenden Folgen wurden erst Jahre später sichtbar,

sodass man dann wieder mit erheblichem Kostenaufwand versucht hat, die Flüsse und Bäche zu renaturieren und ihren ursprünglichen Lauf wiederherzustellen,” so die Vorsitzende. (…) Die immensen Erschließungskosten für Strom, Abwasser und Frischwasser für die “Leuchtturmprojekte” seien neben der zusätzlichen Belastung der ortsansässigen Bevölkerung durch Abgase und Lärm durch das gesteigerte Verkehrsaufkommen unbedingt mit einzukalkulieren, gibt Ellebracht zu bedenken.(…)

“Von den natürlichen Sandlebensräumen in unserer Region ist auch noch kaum etwas übriggeblieben.

Gerade hier vor unserer Haustür verschwinden immer mehr Arten still und heimlich. Es sind nicht nur die Tiere des Regenwalds, die geschützt werden müssen.” Während in den 1970er-Jahren im Bereich des Brombachs, in der Nähe der Scheermühle und der an die Muna angrenzenden “Grafenmühle” noch

Knoblauchskröten, Kreuzkröten, Wechselkröten und Kammmolche

während der Laichzeit zu beobachten waren, seien die Restbestände dieser seltenen Arten heute

vom Großprojekt Center Parcs bedroht.

Die Natur erobert sich die Muna zurück: Zahlreiche Nischen und Ritzen bieten vielen Tieren einen neuen Lebensraum. Quelle: AB 11.01.2021   © Foto: Herbert Kraus

Auf einer etwa 3,5 Hektar großen Heidefläche inmitten der Muna leben nach BN-Erkenntnissen

Sandwespe, Kreuzotter und Laufkäfer.

Zahlreichen Fledermausarten diene diese Freifläche als Jagdmöglichkeit. Es werde suggeriert, dass ein Großteil der Muna-Fläche versiegelt und damit einhergehend “wertlos” für die Natur sei. Aber wie bereits auf mehreren Aufnahmen zu sehen sei, habe sich die Natur die Flächen bereits zurückerobert.

Gerade diese baufälligen Bunker und Baracken schafften neuen Lebensraum für Reptilien, Amphibien, Insekten und vor allem nischenbrütende Vögel.

Diese fänden in den Dörfern kaum noch geeignete Nistmöglichkeiten, da die Häuser und Hallen immer seltener natürliche Nischen und Höhlen aufweisen.

Der Appell des BN:

Jeder könne etwas für die Zukunft seiner Kinder und Enkelkinder tun, “indem er sich konsequent für den Erhalt der Landschaft und Schutz der Natur hier vor Ort einsetzt”.

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“Wir stellen ein: Abholzer, Plattwalzer, Zubetonierer”

Folgende Werbetafel wurde von uns gesehen im Film “Otto – Der Außerfriesische” (aus dem Jahre 1989):

Screenshot aus “Otto der Außerfriesische”, 1989 (Produktion: Horst Wendlandt)

Im Otto-Film will ein großer internationaler Konzern für ein Testgelände Ottos ostfriesische Heimat aufkaufen.

Otto hat sich die Konzernzentrale dann mal angesehen. Vor dem Eingang stand das Schild:

Wir stellen ein: Abholzer, Plattwalzer, Zubetonierer

In der Eingangshalle ist dann noch folgender Spruch zu lesen:

“Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geliehen. Von zurückgeben hat aber keiner was gesagt …”

Erinnert uns das irgendwie an das Prinzip von Center Parcs?

(siehe hierzu auch den Abschnitt : “Tiere & Pflanzen: Das Munagelände ist ökologisch wertvoll” sowie Riesige Bauten in der Mitte der Anlage im Center Parcs Leutkirch)

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Center Parcs übertreibt beim CO2-Vergleich

Folgender Vergleich des CO2-Fußabdrucks einer Flugreise nach Mallorca mit einer (Auto-)Reise nach Oberstdorf (von wo auch immer!?) findet sich im aktuellen Center-Parcs-Weihnachtsprospekt, das der aktuellen Ausgabe des Altmühl-Boten vom 19.12.2020 beilag:

Quelle: Center Parcs im fränkischen Seenland – Weihnachtsprospekt vom 19.12.2020

Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass der kleine Fußabdruck, der 297 kg CO2 symbolisieren soll, insgesamt eine kleinere Fläche hat als z.B. der blaue Bereich des großen Fußabdrucks, der nur 148 kg CO2 darstellen soll.

Eine weiteres Beispiel dafür, wie Center Parcs – wissentlich oder nicht – übertreibt und unsauber darstellt, um sein Öko-Image aufzupolieren.

Übrigens: Maßstäblich korrekt müsste die Darstellung folgendermaßen aussehen:

Und dann stellt sich für uns jenseits aller Fehler in der Darstellung die folgende, durchaus berechtigte Frage:

Ersetzt ein Center-Parcs-Urlaub wirklich den Sommerurlaub nach Mallorca oder Teneriffa?

…oder kommt bei vielen finanzkräftigen Kunden der Center Parcs-Urlaub nicht eher sogar noch obendrauf auf das bereits überlastete CO2-Budget…!?

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Leserbrief des Försters

Folgenden Leserbrief des Försters Herbert Kraus (Pfofeld), der am 27.11.2020 im Altmühlboten erschienen ist, empfehlen wir allen ökologisch Interessierten zur Lektüre, weil er das derzeit betriebene Greenwashing von Center Parcs anhand tiefer Einblicke in den Munwald unserer Meinung nach treffend offenlegt:

Nachhaltigkeit wird hier nicht möglich sein

“Die Firma Center Parcs (CP) ließ vor kurzer Zeit die Broschüre “eine Chance für alle” in den Brombachsee-Anliegergemeinden verteilen. Darin wird geschrieben, dass das Unternehmen für Nachhaltigkeit stehe, der Ressourcenverbrauch ein wichtiges Anliegen sei und die Munafläche durch den Bau des Center Parc zu einem “naturnahen Erholungsgebiet” werde. “Schutz und die Rücksichtnahme auf Flora, Fauna und Habitate” seien beim Bau der Anlage “von enormer Wichtigkeit”.

Wie diese Aussagen zu bewerten sind, möchte dieser Beitrag im geoökologischen Vergleich der Systeme des momentan noch bestehenden Munawaldes mit dem von CP geplanten Ferienpark verdeutlichen. (Die Geoökologie untersucht den Fluss von Energie und Material in einem System, wie beispielsweise Wald oder einer Siedlung und ihre Auswirkungen auf Flora, Fauna und die unbelebte Natur).

Die auf etwa 120 Hektar im Munagelände vorgesehene Anlage wird mit 700 bis 1000 Häusern, Bädern, Spielplätzen, Gasthäusern, Geschäften, Lager- und Gerätehäusern, Verwaltungsgebäuden, Zufahrten und Parkplätzen bestückt werden. 3000 bis 4000 Besucher und Beschäftigte werden kommen und gehen. Damit werden sich auf dem Gelände 2500 bis 3300 Menschen je Quadratkilometer aufhalten. Im Vergleich dazu leben im Dorf Pfofeld rund 1900 Menschen je qkm, in der Großstadt München 4800 Bewohner. Der Freizeitpark am Brombachsee wird eindeutig städtischen Charakter aufweisen – ein urbanes System bilden. Urbane Systeme führen in großem Umfang Energie, Wasser und Nährstoffe von außen zu. Ein großer Teil der Abfälle, Abwasser, Abgase, Staub und Lärm wird als “Output” an die umliegenden Gebiete und darüber hinaus verteilt. Ressourcenrückgewinnung ist nur begrenzt möglich und sehr aufwendig.

Flora und Fauna können in diesem dicht besiedelten Umfeld nur eine untergeordnete Rolle spielen. Platz ist dafür nur begrenzt verfügbar. Die Besucher der Anlage erwarten außerdem eine “gepflegte”, “kurzgeschorene” Kulisse. Wie sollen da Artenvielfalt und natürliche Entwicklung möglich werden? Einige Steinhaufen, Totholzstöße, Tümpel, Insektenhäuser und isolierte Baumgruppen werden in diesem unruhigen Spaßgelände nur als “Feigenblatt” für intakte Natur dienen.

Die Behauptung von CP, dass auf dem Munagelände ein “naturnahes Erholungsgebiet” entstehen wird, ist unsinnig. Die Besucher werden das Umfeld einer durchgrünten städtischen Siedlung vorfinden.

Ökologische Nachhaltigkeit wird in dieser Anlage ebenfalls nicht möglich sein, denn Flora und Fauna wird immer von Eingriffen des Personals abhängig bleiben. “Gewähren lassen” und ein Kreislauf ungestörter natürlicher Prozesse wird unter den genannten Bedingungen nicht ermöglicht.

Der momentan noch bestehende vielfältige Munawald erfüllt die Kriterien eines naturnahen Ökosystems beinahe vollständig. Sein Energiehaushalt und Stoffwechsel nutzt die vorhandenen natürlichen Ressourcen des Bodens, der Luft und der Sonne. Er vorsorgt sich selbst im natürlichen Kreislauf und liefert als “Output” Sauerstoff, Wasser, Holz und kostenlose Erholung für Menschen.

Er steht für ökologische Nachhaltigkeit, Erhalt einer vielfältigen Flora und Fauna, liefert kostenlos Ressourcen und ermöglicht nach dem Abbau der Muna-Altlasten, Besuchern wirklichen Naturgenuss.

CP möchte diesen wertvollen Wald weitgehend beseitigen und schreibt respektlos und irreführend von Nachhaltigkeit, Schutz von Flora und Fauna und Naturnähe in ihrer geplanten Ferienanlage.”

Herbert Kraus, Pfofeld

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Leserbrief “Furchteinflößende Zahlen”

Im Altmühlboten vom 25. November 2020 hat Ulli Schmidt aus Gunzenhausen einen Leserbrief über den neuesten Flyer von Center Parcs geschrieben. Da die Leserbriefschreiberin kritisch beobachtet und sehr gute Fragen stellt, geben wir den Leserbrief hier auszugsweise wieder:

“Wer noch nicht müde ist und den letzten Flyer von Center Parcs (CP) studiert hat, stellt fest, hier passen einige Zahlen nicht recht zusammen. Da sind wohl einige “Fakten” durcheinandergeraten – oder vielleicht bewusst missinterpretierbar? Die Angaben über Altlasten sollen uns glauben lassen, das Muna-Gelände ist in einem desolaten Zustand. Mit früheren Informationen versuchte CP uns noch zu suggerieren, es handelt sich um einen nicht schützenswerten Wald. Davon rückt CP jetzt wohl ab, vermutlich weil erste Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsuntersuchung ein viel besseres Ergebnis aufzeigen als gewünscht.

Flora und Fauna sind wohl doch schützenswert. Das lässt sich der Bevölkerung allerdings nicht gut verkaufen, also müssen furchteinflößende Zahlen und Darstellungen in Bezug auf Altlasten her. Denn nur wenn das Vorhandensein von Altlasten dramatisch klingt, wird die Bevölkerung akzeptieren, dass schützenswerte Flora und Fauna geopfert werden müssen.

Sage und schreibe 22 Kilometer Straßen befinden sich im Muna-Gelände. Gut, im Kleingedruckten ist dann zu lesen, hier wurden auch befestigte Wege, also Waldwege, mit einberechnet.

Dann ist zum Beispiel zu lesen, 30 Prozent des Geländes sind bebaut. Bei einer Gesamtfläche von etwa 150 Hektar sind bei 30 Prozent demzufolge 450.000 Quadratmeter der Fläche bebaut? Das entspräche dann der Größe von zirka 1000 Bauplätzen, voll bebaut, ohne Garten, versteht sich! Ob CP das selbst glaubt, was deren PR-Agentur alles so herauszaubert?

(…) Und dann lese ich zum x-ten Male, Center Parcs wird die Wunden heilen. So ein Quatsch, etwas aufzuräumen könnte nicht schaden, ja, aber dafür muss kein Wald weichen.

Wenn wir uns das Gesamte ansehen, wird offensichtlich, hier soll mit aller Macht ein Großprojekt auch gegen den Widerstand der Bevölkerung umgesetzt werden. Der Preis dafür wird jedoch ein sehr hoher sein, denn echte Wunden entstehen erst mit Center Parcs. Der geplante Kahlschlag der Waldfläche, gigantische CO2-Emissionen und ein irrisinniger Wasserverbrauch – das sind echte Wunden für unsere Lebensgrundlage Erde.”

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Demo gegen Center Parcs

Am Donnerstag, den 22.10.2020, veranstaltet die Bürgerinitiative “Seenland in Bürgerhand” in der Weißenburger Innenstadt eine Demo gegen die Ansiedlung von Center Parcs auf dem Muna-Gelände in Langlau.

Wann und Wo?:

22. Oktober um 15 Uhr vor dem Gothischen Rathaus in Weißenburg

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen. Auf die Abstands- und Hygieneregeln weisen wir ausdrücklich hin.

WICHTIG: Bitte eine Mund-Nase-Bedeckung mitbringen und tragen!