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Demo gegen Center Parcs

Protest in Zeiten einer Pandemie ist schwierig, aber möglich. Mit einer Fahrraddemo am 25. April will die Bürgerinitiative Seenland in Bürgerhand gegen die drohende Zerstörung des Muna-Waldes aufmerksam machen.

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Keine Staatshilfen für Center Parcs

Warum der überschuldete CP-Mutterkonzern “Pierre et Vacances” laut französischer Medien keine Staatshilfen bekommen soll.

Am 10. April 2021 veröffentlichten die Journalisten Éric Daillie und Hervé Bellimaz einen Artikel in der französischen Online-Zeitschrift reporterre.net zum insolventen Mutterkonzern Piere et Vacances Center Parcs Group (PVCP).

Im Artikel erörtern die beiden Autoren vielfältige Gründe, warum man diese Firma nicht mit staatlichen Mitteln retten sollte. Ihrer Aussage nach, war der Konzern lange vor der Pandemie in Schieflage und hatte bereits im Jahr 2019 – also weit vor der Pandemie – einen “Fuß im Grab”.

Firmenchef in Erklärungsnot: Franck Gervais, CEO von Pierre et Vacances
Bild: francetvinfo.fr (Framing)

Am 12. Februar 2021 verkündete der Vorstandsvorsitzende von Pierre et Vacances Frank Gervais auf FranceTVInfo, dass sein Unternehmen

Schulden in Höhe von 500 Millionen Euro”

habe, die nur mit COVID-19 verbunden seien.

Dies ist falsch, so die Autoren. Daillie und Bellimaz erklären, dass der Konzern bereits vor der Gesundheitskrise Verluste von 250 Millionen Euro angehäuft habe und dies trotz großzügiger Steuervorteile in Frankreich.

Laut dem Artikel wurden bereits Ende 2019 250 Mitarbeiter in der Konzernzentrale entlassen. Vier Center Parcs Projekte wurden auf dem Rechtsweg blockiert, so auch das in Roybon (wir berichteten). Vorallem das China-Geschäft von PVCP sei unrentabel.

13 Jahre Kampf im Wald von Roybon: Er endete mit einer Niederlage von Center Parcs.
Bild: Moran Kerinec / Reporterre (Framing)

“Wie ist es möglich, dass die Nummer eins der Touristenunterkünfte in Europa, die 45.000 Wohnungen in 285 Objekten verwaltet, wie ein Kartenhaus zusammenbricht?”

fragen sich dich Journalisten und erklären das Konzept des Konzerns:

  • billiges Bauen
  • die Immobilien an private Investoren verkaufen
  • Mietobjekte für die Investoren verwalten, wobei den Investoren bis zu 4,5% Rendite garantiert wird, egal, ob das Objekt vermietet wird oder nicht

Die Erkenntnis, die Daillie und Bellimaz schlussfolgern, leuchtet ein: Die großen Versprechungen konnten schlicht und einfach nicht gehalten werden. Viele der Investoren verklagen nun den Konzern. Die Gruppe ist defizitär und muss, wie ein Schneeballsystem, immer neue Objekte bauen und verkaufen.

Nun steht Pierre et Vacances mit dem Rücken zur Wand und bettelt um Staatshilfen. Der Konzern soll schon eine staatliches Darlehen von 240 Millionen Euro erhalten haben. Weitere 250 Millionen Euro sind im Gespräch. Die Schulden würden sich dann auf über 750 Millionen Euro belaufen. Die Autoren zweifeln an, dass PVCP dies je zurückbezahlen kann.

Hauptaktionär Bremond sucht neue Investoren

Hauptaktioniär und Eigentümer Gérard Brémond will laut dem Artikel kein Risiko eingehen, da er bereits 83 Jahre alt ist. Daher wird nun händeringend nach einem Investmentfonds gesucht, der die Gesellschaft retten soll. Interesse gäbe es wohl aus Amerika durch Certares und H.I.G. Capital. Der französische Tourismuskonzern soll also “verramscht” werden.

Center Parcs kein sinnvolles Projekt

Am Ende kommen die beiden Autoren zu einem klaren Fazit.

Die Frage lautet:

Sollte man diesem Konzern staatliche Unterstützung zukommen lassen sollte?

Die Antwort fällt klar aus:

“Nein! Vor allem müssen wir definieren, was unsere Welt braucht.”

Sie plädieren dafür staatliche Gelder für sinnvolle Projekte auszugeben und nennen einige Beispiele, wie zur “Bewältigung sozialer Probleme durch Unterstützung der Tausenden von kürzlich arbeitslosen Menschen, Investition in unsere Krankenhäuser und Schulen, Finanzierung des ökologischen Übergangs und Schutz der natürlichen Ressourcen und der biologischen Vielfalt.

Quelle: https://reporterre.net/L-Etat-ne-doit-pas-soutenir-Pierre-et-Vacances

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Die Muna – Potenzial für ein Naturschutzgebiet

Seit 16. März 2021 liegt das Vorgutachten über Flora und Fauna im ehemaligen MUNA-Areal vor und nun ist klar: Was bisher von mancher Seite immer wieder als ökologisch minderwertiges Gebiet betitelt wurde, entpuppt sich im Zwischenbericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung als Areal mit einer Vielzahl von wertgebenden Arten (z.B. Rote-Liste-Arten).

“Die MUNA – ein Paradies für viele Tierarten”

Nicht nur Pflanzen, auch eine große Zahl von Tieren, die aufgrund ihrer Seltenheit auf geschützten Listen stehen, wurde kartiert.

Hier ein Auszug aus der Untersuchung der Arbeitsgruppe für Tierökologie und Planung, welche sich das Muna-Areal angesehen hat:

Schwergewicht Nr. 1: Seltene Fledermausarten

Urheber: Manuel Werner, Germany

Die Muna ist Heimat für 14 Arten von Fledermäusen, darunter die Bartfledermaus und die Zwergfledermaus, die Quartiere in den alten Gebäuden der MUNA finden und

landesweite Bedeutung

haben.

Auch die Frage, in wie weit die Eingriffe durch Center Parcs hinsichtlich des Vorkommens mancher dieser Fledermausarten kompensiert werden könnten, ist bisher unbeantwortet.

Schwergewicht Nr. 2: Der Kammmolch – vom Aussterben bedroht!

Gesetzlicher Schutzstatus:
FFH-Richtlinie: Anhänge II und IV (es sind eigens Schutzgebiete auszuweisen/streng zu schützende Art)
Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV): streng geschützt

Kammmolch im Wasser. Foto von Rainer Theuer, Public domain

Weitere Amphibien lt. der Arbeitgruppe für Tierökologie + Planung: Erdkröten, Laubfrösche, Teichfrösche, Seefrösche, Grasfrösche, Bergmolche, Teichmolche

Brutvögel, eine Vielzahl von teils gefährdeten Vogelarten

Es wurden 80 verschiedene Arten von Vögeln nachgewiesen. Darunter befinden sich 52 Brutvogelarten mit 913 Brutvogelrevieren.

Es fanden sich auch gefährdete und sogar stark gefährdete Arten im Muna-Gebiet:

Waldlaubsänger (stark gefährdet)

Steve Garvie from Dunfermline, Fife, Scotland, CC BY-SA 2.0

Eisvogel (gefährdet)

Joefrei, CC BY-SA 3.0

Kuckuck (steht auf der Vorwarnliste)

Foto: Günter Hahn

Der Kuckuck hat im Brombachseegebiet ein gutes Vorkommen und hat auch Reviere in der MUNA.

Grauspecht (gefährdet)

Francesco Veronesi from Italy, CC BY-SA 2.0

Viele weitere gefährdete Brutvögel, die bereits auf den roten Listen standen oder auf Vorwarnlisten stehen:

  • Dorngrasmücke
  • Habicht
  • Kleinspecht
  • Pirol
  • Uhu

Seltene Reptilien

Auch gefährdeten Reptilien gefällt das Muna-Areal. Es finden sich große Populationen der Zauneidechse (streng zu schützende Art). Auch die Ringelnatter und die Blindschleiche leben in diesem Wald.

Zauneidechse (FFH-Art, europarechtlich geschützt)

Böhringer Friedrich, CC BY-SA 3.0

Ringelnatter

Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0

Blindschleiche

Jonas Bergsten, Public Domain

Weitere Amphibien

8 verschiedene Arten von Amphibien wurden auf dem Muna-Gelände entdeckt. Darunter sind schützenswerte Arten wie der Kammmolch.

Teichmolch

Christian Fischer, CC BY-SA 3.0

Heuschrecken

Auch bedrohte Heuschrecken sind auf dem Gelände zu finden. Neben der Gemeinen Plumpschrecke ist auch die Blaufüglige Ödlandschrecke gefährdet.

Blauflügelige Ödlandschrecke

Die Blauflüglige Ödlandschrecke ist im gesmten europäischen Raum geschützt und wird in der Roten Liste der Schweiz und Deutschlands als gefährdet eingestuft.

Muséum de Toulouse, CC BY-SA 4.0

Laufkäfer, Holzkäfer

  • 74 Arten Laufkäfer
  • 14 Arten davon in den roten Listen

Libellen, Tagfalter, Nachtfalter, etc.

  • 28 Arten von Libellen
  • 46 Arten von Tagfaltern und Widderchen, davon mehrere in den roten Listen oder auf Vorwarnlisten
  • 43 Arten von Holzkäfern, 6 Arten davon auf der roten Liste, viele wertgebende Arten
  • Nachtfalter (soll noch ausgewertet werden)
  • Rast- und Zugvögel (soll noch ausgewertet werden)

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Urlaub bei Center Parcs: Luxuriöser Zweiturlaub

Immer wieder wird behauptet, Center-Parcs-Urlaub sei gut für’s Klima, weil es ein Nahurlaub sei. Somit fänden keine klimaschädlichen Flugreisen statt.

Das klingt grundsätzlich mal ganz logisch. Leider ist es in der Realität aber so, dass Center Parcs auch zumeist Kurzurlaub ist. Sieht man sich die Angebote auf der Center-Parcs-Website an und liest man die Bewertungen von Kunden, stellt man fest, dass hier gezielt für Kurztrips geworben wird.

2 Nächte im Center Parcs für nur 219 Euro. Die meisten Angebote zielen auf Kurzurlauber ab. Quelle: Center Parcs
Center Parcs Werbung Quelle: Center Parcs

Leider reicht vielen deutschen und europäischen Kunden ein Kurzurlaub nicht aus. Im Schnitt verreisen wir Deutschen z.B. 12,3 Tage.

Quelle: statista.com

Vermutlich reisen die Center Parcs Besucher nicht 6 x 2 Nächte in einen Center Parcs. Die Vermutung liegt auf der Hand: Die Center Parcs Besucher verreisen nochmal.

Quelle: aero.de (Framing)

Flugreisen sind (Corona-Zeiten ausgenommen) weiterhin im Trend und stiegen die letzten Jahre an. In Deutschland traten im Jahr 2019 rund 124,4 Millionen Fluggäste eine Flugreise an.

Center Parcs Urlauber sind rein statistisch eher keine Flugmuffel, sondern gönnen sich zum Beispiel nach einer Fernreise im Frühjahr gerne nochmal einen Urlaub im Herbst, wie das Einstiegsbild zeigt.

Center-Parcs-Urlaub ist in erster Linie Luxuszweiturlaub auf Kosten der Umwelt. Er verhindert kaum Flugreisen.

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“Empört Euch! (Beruhigen könnt Ihr Euch noch nach dem Bürgerentscheid…)”

Wer am 6. Februar 2021 die Wochenendausgabe des Weißenburger Tagblatts im Lokalteil aufgeschlagen hat, konnte einen großen einseitigen Artikel mit dem Titel “Meinungsfreiheit als Einbahnstraße” inklusive eines launigen Kommentars des Redakteurs Jan Stephan lesen:

Neben berechtigter Kritik an einzelnen Usern auf der Facebook-Seite der “Interessensgemeinschaft zur Erhaltung des MUNA-Walds”, die der Kommentator dann aber doch pauschal als “fanatische Gegner” von Center Parcs bezeichnet, kritisiert er, dass die “vernünftigen Vielen” den “Fanatismus von Wenigen” in Kauf nähmen, solange er ihren Zwecken diene. Hier fühlen wir uns von der ÖDP als “Vernünftige” klar angesprochen und nehmen weiter unten gerne Stellung.

Er beklagt weiterhin, dass der ganzen Diskussion “die Verhältnismäßigkeit abhandengekommen” sei, wenn die Gegner “Mauscheleien von Politik und Wirtschaft hinter verschlossenen Türen” anprangerten. Ein Bürgerentscheid würde ohnehin klären, ob die Bürger in Pfofeld den Bau wollen. Letzteres wollen wir hoffen, beim Ersteren geben wir Herrn Stephan nicht Recht (siehe dazu den SZ-Artikel vom 28.August 2020 “Zwei Jahre des Schweigens”).

Obwohl der Kommentator auch Verständnis für die Argumente der Gegner eines Center Parcs hat (Zitat “Es gibt gute Argumente für diese Position.”), ruft er zum Schluss in Anlehnung (bzw. “Ablehnung”) an die 2010 verfasste Schrift des französischen Aktivisten und UN-Diplomaten Stéphane Hessel mit dem Titel “Empört Euch!” dazu auf, sich nicht mehr zu empören sondern sich endlich zu beruhigen. Sein Argument: “Die Zeiten heute sind andere.”

Dem stellen wir uns ausdrücklich entgegen und rufen angesichts der von uns auf dieser Homepage aufgeführten Argumente gegen das Center Parcs Projekt am Brombachsee (Energie- und Wasserverbrauch, Verkehrsbelastung und Abgase, Umwelt- und Klimaschutz u.a. durch Erhalt des MUNA-Waldes, sanfter “Tourismus in Bürgerhand” statt “Tourismus in der Hand es Großkapitals”) dazu auf:

“Empört Euch, solange der Center Parc Brombachsee noch nicht durch einen Bürgerentscheid vom Tisch ist!”

Wenn ihr für Eure Empörung gute und unterhaltsame Gründe braucht, hört doch mal die Rede des Kabarettisten Georg Schramm auf Youtube, der anlässlich der 67. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 14.03.2011 auf Stéphane Hessel verweist.

Ein anderes (noch größeres) Millardenprojekt, das auf ganz andere Weise sinnlos war (und immer noch ist!) und trotzdem viel Prinzipielles in seiner Problematik mit dem CP-Projekt am Brombachsee gemein hat.

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Petition zeichnen!

Auf der Kampagnenplattform Change.org kann ab sofort für die Rettung des MUNA-Waldes unterzeichnet werden.

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Mutterkonzern von Center Parcs wird von 200 Immobilienbesitzern verklagt

RTL France berichtet heute über die Pierre et Vacances Gruppe, zu der auch Center Parcs gehört. Da Corona-bedingt Umsätze ausblieben, konnte oder wollte die Gruppe keine Miete an die Immobilienbesitzer auszahlen. Nun wollen diese Immobilienbesitzer klagen.

Dem Mutterkonzern von Center Parcs scheint das Geld auszugehen, auch viele Urlauber klagen, da im Corona-Jahr 2020 stornierte Urlaubsbuchungen und deren Bezahlung zu spät oder nur mit Mühe zurückerstattet wurde.

Ob und wie dies auch den Kurs im Fränkischen Seenland beeinflussen wird, ist wohl nicht abzusehen.

Den Originalartikel fand Christian Sporschill auf dieser Seite:

https://www.rtl.fr/actu/justice-faits-divers/les-infos-de-8h-pierre-et-vacances-le-groupe-attaque-en-justice-par-200-proprietaires-7800935213

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Bettenzahlen des Tourismusverbandes nicht sauber nachvollziehbar

Im Fränkischen Seenland gebe es immer weniger Betten, das behauptet zumindest der Tourismusverband und so steht es auch im aktuellen Prospekt von Center Parcs unter dem Punkt „Fakten“. Die Fakten sehen aber nach Ansicht der ÖDP in Wirklichkeit etwas anders aus.

Rückblick: Der Geschäftsführer des Tourismusverbands Fränkisches Seenland Hans-Dieter Niederprüm berichtete vor wenigen Monaten in einem Interview mit der Sendung „quer“ des Bayerischen Rundfunk, dass es in Zeiten seines Vorgängers noch knapp 9.000 Betten gegeben hätte, vor 10 Jahren seien es noch 7.500 gewesen und aktuell gebe es noch ca. 5.600 Betten.

Center Parcs schreibt im Prospekt, dass es vor 20 Jahren noch knapp 10.000 Betten gab und im Jahr 2019 nur noch 4599 Betten gibt.

Woher kommen diese Zahlen?

Auf Nachfrage von ÖDP-Kreisvorstandsmitglied Kilian Welser beim Tourismusverband gab Herr Niederprüm die Auskunft, dass ihm die Zahl von 9.000 Betten, die es ursprünglich mal gegeben habe, vom früheren Leiter des Tourismusverbands mitgeteilt worden sei. Der Tourismusverband unterscheide auch nach gewerblichen Betten und nach privaten Betten. Zum Einzugsgebiet des Fränkischen Seenlands gehörten die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen, Roth und der Kreis Ansbach. Der Tourismusverband erfasse aber nicht den kompletten Bettenbestand der Landkreise, sondern nur Teile der Gemeinden, nämlich die Mitgliedsgemeinden. Es würden Durchschnittswerte aus dem gesamten Jahr zugrunde gelegt.

Welser resümiert: „Es wurden also Zahlen eines Vorgängers und nur ausgewählte Gemeinden ohne Camping-Schlafgelegenheiten für die Veröffentlichung herangezogen“.

Offizielle Zahlen der Statistikämter zeigen einen leichten Anstieg der Bettenzahlen

Offizielle Bettenzahlen veröffentlicht das Statistische Landes- und Bundesamt jährlich im Tourismusreport. Dort werden Betriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten erfasst. Der Tourismusverband nennt diese Zahlen den „gewerblichen Bereich“. Hier sieht es so aus, dass die Zahlen im selben Zeitraum sogar angestiegen seien. Im Juli 1999 veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Bettenzahl von 14.140 für die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen, Roth und Ansbach. 20 Jahre später im Jahr 2019 waren es 15.096 Betten.

„Die Auswahl der Zahlen durch Niederprüm und Center Parcs, die man der Öffentlichkeit präsentierte, erscheint mehr als willkürlich. Wenn man nur „Betten“ heranzieht, Camping-Plätze ignoriert und nur ausgewählte Gemeinden betrachtet, aber alle Gemeinden darum herum vernachlässigt, welche Aussagekraft haben dann diese Zahlen?“, fragen sich die Ökodemokraten.

„Es könnte zum Beispiel sein, dass private Betten in Nachbargemeinden des Fränkischen Seenlands entstanden sind, die überhaupt nicht gezählt werden. Die Aussagekraft der Zahlen des Tourismusverbands sind auf jeden Fall zweifelhaft.“, so die ÖDP.  Die Zahlen des aktuellen Center Parcs Prospektes seien übertrieben und deckten sich weder mit den Zahlen des Tourismusverbands, noch mit offiziellen Zahlen. Die ÖDP betrachtet den Prospekt daher als irreführend.

Wenn man einen Indikator für den Zustand der Tourismusbetriebe wolle, seien aus der Sicht der ÖDP die Übernachtungszahlen wichtiger als die Bettenzahlen. „Die Übernachtungszahlen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind zum Beispiel seit Jahren ansteigend“, zeigt sich die ÖDP mit dem Zustand des Fränkischen Seenlands durchaus zufrieden, „man muss das jetzt nicht schlechtreden!“.

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Grundstücke am Brombachsee verscherbeln

Ein Grundstück am See ist etwas schönes. Meist sind die begehrten Objekte teuer und nicht mehr verfügbar.

Nicht am Brombachsee, denn dort kann man bekanntlich für wenige Euro je Quadratmeter Bauland in bester Lage erwerben. Einige wenige Altlasten werden wohl zu beseitigen sein, aber das wird die Sache nicht so viel teurer machen.

Auf der Seite https://www.centerparcsimmobilien.de/ verkauft der Immobilien und Ferienkonzern bereits ähnliche Projekte an private und institutionelle Investoren.

Je nach Ausstattungsvariante des Hauses wird dann schonmal eine Summe von mehreren Hunderttausend Euro fällig.

Die Käufer sind weltweit zu finden. Gerade auch im asiatischen Raum ist die Marke Center Parcs bekannt und aktiv, so der Verkaufsprospekt der Gruppe Pierre et Vacances – Center Parcs. Bereits 24.000 Eigentümer gibt es. Die neuen Eigentümer bekommen feste Mieteinnahmen über ein Leaseback-Model.

Center Parcs Immobilen betreibt extra hierfür sogar ein Büro in Shanghai, bzw. weißt darauf im Prospekt hin. Hier wird stark für neue Projekte geworben.

Framing: Firmenlogo der chinesischen Center Parcs Partner

Wo die Gewinne dann z.B. hin fließen? Diese Frage, beantwortet Center Parcs in seinem neuesten Hochglanzprospekt, der in alle Haushalte im Landkreis ging, leider bisher nicht.

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Center Parcs Besucher verbrauchen deutlich mehr Wasser als Zuhause

Immer wieder hört man zum Thema Strom, Wasser oder Abwasser dieses Argument:

Es ist doch egal, wo man ist, auch Zuhause verbraucht man Wasser und Strom.

Beliebtes Argument um den hohen Strom- und Wasserverbrauch im Urlaub zu rechtfertigen.

Im Fall von Center Parcs stimmt dies leider nicht.

Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch pro Kopf beträgt in Deutschland ca. 127 Liter, so das statistische Bundesamt.

Center Parcs Zielgruppen sind Familien. Man kann also bei einem Besuch mit circa drei bis vier Gästen rechnen, je nach Familiengröße.

Zuhause würde eine Familie also folgenden Wasserverbrauch verzeichnen, wenn man die die Durchschnittswerte einfach hochrechnet:

Dreiköpfige Familie:
3 x 127 Liter = 381 Liter

Vierköpfige Familie:
4 x 127 Liter = 508 Liter

In der Realität sieht es wohl so aus, dass kleinere Kinder weniger Wasser verbrauchen würden. Nicht jedes Kind duscht oder badet täglich.

Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Center Parcs?

Auszug aus dem Finanzbericht 2017/18 der Pierre et Vacaces Gruppe, zu welcher die Center Parcs gehören.

In den Center Parcs wird pro Übernachtung unabhängig von der Anzahl der Gäste 0,86 m3 Wasser verbraucht.

Das sind also 860 Liter pro Tag.

Center Parcs verkündet stolz, dass der Wasserverbrauch in den letzten Jahren gesunken sei. Dies ist aber ein allgemeiner Trend. Auch in Privathaushalten sank der Verbrauch leicht.

Vergleich der Wassermenge mit Zuhause:

Zuhause: 508 Liter
Center Parcs 860 Liter

In Prozent ausgedrückt sind das also 69 Prozent mehr Wasser als Zuhause.

Würde man den Wert von drei Gästen vergleichen, wäre der Unterschied über dem doppelten Wert (381 Liter Zuhause zu 860 Liter im Center Parcs), es wären 125 % mehr. Es kommt also auf die Belegung an.

Übrigens darf man nicht vergessen, dass in etwa die gleiche Menge Abwasser anfällt!